Die Ampelkoalition wollte Regelungen für Alkoholmarketing verschärfen. Doch das ist nicht passiert. Recherchen zeigen nun, wie das Gesundheitsministerium eine Studie mit einer brisanten Empfehlung ignorierte.
Ferndiagnose: Könnte mit einer Partei zu tun haben, die auch für "Freie Fahrt für Freie Bürger" ist. Nun also "Freies Trinken für Alle" (aber nicht "frei" im Sinne von "Freibier" - da sei die Marktwirtschaft vor).
Autofahren und Alkoholtrinken passt doch prima zusammen. Hat mensch erst einmal im Suff einen totgefahren, kannste immer noch Verkehrsminister in Bayern werden.
Die Wissenschaftler kommen zu einer klaren Empfehlung. Im Bericht an das Ministerium schreiben sie: "Vor dem Hintergrund der verfügbaren Literatur ist zu empfehlen, dass ein vollständiges Marketingverbot erlassen wird."
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Die Recherche zeigt nun: Anders als ursprünglich vorgesehen, wurde die Studie nicht vom Gesundheitsministerium veröffentlicht. In einer E-Mail, die BR Recherche vorliegt, wird ein leitender Mitarbeiter des Ministeriums deutlich: "Die Ergebnisse sollten die Forderung im KoaV [Koalitionsvertrag] stützen das Alkoholmarketing zu begrenzen. Das können diese Ergebnisse nicht leisten." Daher schlage er vor, die Ergebnisse "nicht zu veröffentlichen".