Die Liberalen im Dresdner Stadtrat schlagen drastische Einsparungen bei den DVB vor, wollen den Dresden-Pass abschaffen und einiges mehr. Damit haben sie eine Debatte losgetreten und ernten Kritik.
Aber wenn die Stadt Richtung Pleite driftet, irgendwann in den Nothaushalt rutscht und dann gar nichts mehr zahlen kann, ist das sozial?
Das mag jetzt eine schockierende Wahrheit sein, aber man kann jeden Cent tatsächlich nur einmal ausgeben.
Ah… die schwäbische Hausfrau. Geil wie das jedes einzelne Mal die Verteidigung für die FDP ist.
Wenn du wenig Geld hast, kannst du natürlich sparen. Je größer die Ebene ist, die du betrachtest, desto schlechter funktioniert das aber.
Für Einzelpersonen? Funktioniert manchmal... bis du z.B. den billigsten Tintenstrahldrucker kaufst und langfristig mehr an Tinte bezahlst oder so.
Für kleine Firmen? Ähnlich, aber TCO ist so ziemlich das EINZIGE was dich interessiert. Anschaffungskosten sind eigentlich immer scheißegal. Wenn du langfristig sparst, solltest du lieber einen Kredit aufnehmen als etwas mit zu hoher TCO zu kaufen!
Für Länder? Ja fick! Völlig am Thema vorbei! Kauf teuere Infrastruktur wenn dir das Geld ausgeht! Deine Schulden können eh nie Null werden und es ist nur relevant ob man dich für kreditwürdig hält - nie ob du auch mal Schulden abbaust. Infrastruktur sorgt langfristig für mehr Einnahmen und sind beim Bau ein prima Konjunkturprogramm. GERADE wenn die Konjunktur niedrig ist, sollte man nach gängiger Meinung dafür Geld ausgeben und nur dann sparen wenn gerade Geld da ist.
Und so eine Stadt kann natürlich schon sparen… aber weder waren das die sinnvollsten Stellen dafür, noch irgendwie der passende Zeitpunkt um an klimaschonenden Alternativen zum Straßenverkehr zu sparen. Und was passiert wenn man das machen würde? Oh, die Kosten für Straßenwartung gehen durch die Decke! Ja doof jetzt…
Übrigens ist es erstaunlich, dass solche Vorschläge irgendwie immer von der FDP kommen, die sich als übelste Wirtschaftsexperten präsentieren. Dabei ist irgendwie das einzige, was sie können, kurzfristig gedachten Müll labern. Wobei doch alle interessanten und relevanten Konzepte der Volkswirtschaft mittel- bis langfristig sind.
Die wahre Kunst für eine Wirtschaftspartei wäre, den Wählern genau sowas schmackhaft zu machen.
Ich bin ja jemand, der nicht an den unendlichen Wirtschaftswachstum glaubt. Eigentlich müsste ich gegen Staatsverschuldung sein, bin es aber nicht.
Aber ich verstehe auch nicht, wie man als Wachstumsfetischist wie die FDP sein eigenes Wirtschaftssystem nicht versteht. Also entweder glaubt man an Wachstum und investiert wie blöde. Oder man glaubt nicht dran und spart wie dumm. An Wachstum glauben aber sich zu tode sparen passt doch ideologisch gar nicht zusammen. Ich versteh es nicht.
aber man kann jeden Cent tatsächlich nur einmal ausgeben.
Sicher? Lass mich das kurz Lyrisch überschlagen:
"Ich schmeiß mein Geld zum Fenster raus,
du stehst da unten fängst es auf,
davon kaufst du diesen Hit
und das Geld kommt zu mir zurück"
Hmm, ich hab in einem anderen Kommentar gerade die kurzfristige Denkweise der FDP kritisiert. Aber ich glaube ich irrte. Die planen langfristig. Wenn sie jetzt den ÖPNV schwächen, sind mehr Bürger in Randgebieten der Stadt auf ihr Auto angewiesen (wo bisher ja der ÖPNV locker gereicht hat). Wenn die sich dann erst wieder an's Auto gewöhnt haben, werden sie zu FDP Wählern, damit ihnen niemand mehr das Auto wegnimmt und ihren Lebensstil gefährdet. Clever.
Ich hab extra offiziell geschrieben, weil die das kreativ auf irgendwelche Bürgschaften ausgelagert haben, die nicht als Schulden gelten :D
Aber selbst wenn man die mitzählt, ist die Pro-Kopf-Verschuldung im Vergleich zu anderen Städten recht gering.